Im klinischen Alltag werden täglich zahlreiche Daten erhoben, die jedoch aufgrund der unterschiedlichen Formate an den verschiedenen Standorten oft nicht untereinander ausgetauscht werden können. Ein weiteres Problem ist, dass häufig nicht klar ist, wo welche Daten vorliegen, zudem stellt der formelle Prozess des Datentransfers eine Herausforderung dar.
Um hier eine Verbesserung zu erreichen und allen Gesundheitseinrichtungen die Möglichkeit des Datentransfers zu ermöglichen, arbeiten wir derzeit im Rahmen des vom Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation geförderten Projektes HealthDMP an einem Softwareprodukt zur Unterstützung von Prozessen zur Datenbereitstellung von Gesundheitsdaten, beispielsweise für Forschungsprojekte. Ein Schwerpunkt hierbei ist auch die Berücksichtigung der aktuellen politischen Entwicklungen zum Krankenhauszukunftsgesetz und den zugehörigen Fördertatbeständen.
ProSkive ermöglicht es Forscher:innen oder Antragsteller:innen im Allgemeinen auf simple Art und Weise (klinische) Daten zu beantragen. Die Antragsteller werden über Änderungen ihre Projekte betreffend stetig informiert und der Beantragungsprozess und Bewilligungsstatus ist jederzeit einsehbar. Alle Schritte vom Projektantrag bis zum Projektabschluss werden benutzerfreundlich und transparent abgebildet. ProSkive nutzt ein rollenbasiertes System, das es erlaubt es den individuellen Prozessflüssen anzupassen. So wird die Projektverwaltung ebenso für den Datengeber, die Datenkontrolle als auch die Datenschützer vereinfacht. Die Software ist Open-Source verfügbar und an vielen Forschungsdatenstandorten in Deutschland im Einsatz.
Durch die Konfiguration von Workflows wird eine Anpassung der Software an die eigenen individuellen Prozesse ermöglicht. Ein besonderer Fokus von ProSkive liegt auf der digitalen Abbildung von Datenbeantragungs- und Governance-Prozessen. Indem die Plattform die Antragstellung, -bearbeitung und -freigabe vereinfacht und beschleunigt, wird die (klinische) Forschung unterstützt. Dies gelingt indem alle Stakeholder die in die oben genannten Prozesse involviert sind auf der Plattform zusammengebracht werden.
Die Datenintegrationsplattform (DIP) ermöglicht die zugriffsgesicherte, versionierte Speicherung, Verarbeitung und datenschutzkonforme Weitergabe medizinischer Forschungsdaten. Sie ist relevant für die Bereitstellung von Daten, die Speicherung von Forschungsergebnissen sowie die Archivierung abgeschlossener Forschungsprojekte.
Als universeller Datenspeicher bietet die DIP Datengeber:innen und Datennehmer:innen einen zentralen Ort, an dem sämtliche Unterlagen, Daten und Ergebnisse eines Forschungsprojekts gemeinsam verwaltet werden können. Ein feingranulares, individuell konfigurierbares Rollen- und Rechtekonzept stellt sicher, dass der Zugriff auf Forschungsdaten, deren Bearbeitung und Vervielfältigung streng kontrolliert werden kann.
Darüber hinaus ist die DIP zur Laufzeit durch installierbare Module erweiterbar. So können beispielsweise Datenexploration und -analyse direkt innerhalb der Plattform durchgeführt werden. Diese Module können zudem an individuelle Anforderungen angepasst und gezielt entwickelt werden.
In Kombination können Vertragsmanagement (über Proskive) und Datenlieferung sowie Archivierung (in der DIP) innerhalb einer Plattform übersichtlich mit einander verbunden werden. Die Verknüpfung beider Tools erlaubt es, jederzeit den aktuellen Status eines Projekts zu überblicken und sämtliche Schritte von Beantragung bis Abschluss und Archivierung des Projekts innerhalb einer Softwarelösung abzuwickeln.